Deutsch
 
English
 
Français

EU-Kommission schlägt Regeln für Künstliche Intelligenz vor

Evelyne Gebhardt: „Kommissionsvorschlag setzt zwar an der richtigen Stelle an, geht aber nicht weit genug“

© SPD-Gruppe im Europäischen Parlament

EU-Kommission schlägt Regeln für Künstliche Intelligenz vor

Evelyne Gebhardt: „Kommissionsvorschlag setzt zwar an der richtigen Stelle an, geht aber nicht weit genug“

Die EU-Kommission hat diese Woche einen Gesetzesvorschlag zum Umgang mit Künstlicher Intelligenz vorgelegt.  Dabei stehen KI-Technologien im Fokus, bei deren Anwendung Risiken bestehen können, etwa in Medizintechnik oder beim Einstellen von Arbeitskräften.

Künstliche Intelligenz erobert die ganze Gesellschaft. Algorithmen steuern intelligente Staubsauger, locken Verbraucherinnen und Verbraucher zum Onlinekauf, treffen Entscheidungen in einer Personalabteilung oder können zur Überwachung im öffentlichen Raum eingesetzt werden.

„Künstliche Intelligenz bietet großes Potenzial für die Gesellschaft, den Binnenmarkt, die Umwelt. Aber wir dürfen die andere Seite der Medaille nicht übersehen. Deshalb ist es richtig die Gesetzgebung in diesem Bereich voranzutreiben. Ein Schaden in einer KI-Software ist für die Verbraucher und Verbraucherinnen praktisch unsichtbar. Wir müssen dafür sorgen, dass die Technologien, nicht nur bevor sie auf den Markt kommen, sondern während ihres gesamten Lebenszyklus, kontrolliert werden – und zwar von einem Menschen. Der Kommissionsvorschlag für eine KI-Verordnung setzt zwar an der richtigen Stelle an, geht aber nicht weit genug“, erklärt Evelyne Gebhardt, Verbraucherschutzsprecherin der SPD im Europäischen Parlament.

„Erfahrungsgemäß können Algorithmen diskriminierend wirken oder zur Überwachung eingesetzt werden. Das müssen wir ganz entschieden verhindern“, so Evelyne Gebhardt, SPD-Europaabgeordnete aus Schwäbisch Hall.

„Wenn eine Software mit verzerrten oder falschen Daten gefüttert wird, kann sie zu tendenziösen Entscheidungen führen. Diskriminierende oder gefährliche Technologien müssen auf jeden Fall verboten werden. Nicht nur in ganz extremen Fällen von willkürlicher Überwachung oder sogenannten Sozialkredit-Systemen, wie von der EU-Kommission vorgeschlagen, sondern auch Systeme, die auf der kommerziellen Überwachung von Verbraucher und Verbraucherinnen und Verbraucher beruhen. Ich bin zuversichtlich, dass wir Abgeordnete im Europäischen Parlament den Vorschlag an den notwendigen Stellen ganz deutlich verbessern werden“, so Evelyne Gebhardt abschließend.

Nach diesem Vorschlag durch die EU-Kommission verhandeln in den kommenden Monaten Europaparlament, EU-Mitgliedstaaten und EU-Kommission über die neuen Vereinbarungen.

22. April 2021