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Evelyne Gebhardt: „Austrittsgespräche mit Großbritannien sofort beginnen“

Europäisches Parlament fordert Großbritannien auf, den Austritt unverzüglich zu erklären

© Europäisches Parlament

„Während des heute stattfindenden Gipfels sollte David Cameron den Schneid haben, Großbritanniens Austrittsgesuch formell auszusprechen“, fordert die Europaabgeordnete Evelyne Gebhardt den scheidenden englischen Premier dazu auf, den britischen Wählerwillen unverzüglich umzusetzen.

Mit ihrer Forderung befindet sich die Sozialdemokratin aus Hohenlohe im Einklang mit der Meinung der überwiegenden Mehrheit der Abgeordneten des Europäischen Parlaments, die in der heute verabschiedeten Resolution den Ausgang des Referendums anerkennen, gleichzeitig aber keine unnötigen Verzögerungen bei den anstehenden Austrittsverhandlungen dulden wollen. „Wir, die Vertreter der europäischen Völker, wollen rasch Klarheit haben, damit wir die Europäische Union neu ausrichten können. Außerdem können wir nicht das Volk so lange wählen lassen, bis das richtige Ergebnis kommt. Das gebietet die Demokratie.“

„Einen Britenrabatt wird es allerdings nicht geben“, prophezeit Evelyne Gebhardt den Briten schwierige Verhandlungen. „Die Briten haben sich gegen das europäische Miteinander entschieden – gegen politische Mitsprache, gegen wirtschaftliche Vernunft und gegen die Freiheit ihrer Mitbürger. Entsprechend groß ist jetzt der Katzenjammer auf der Insel.“

„Dagegen hat die Europäische Union jetzt die Chance, die Weichen für ein besseres, sozialeres und bürgernäheres Europa zu stellen“, sieht Gebhardt in dem bedauerlichen Austritt Großbritanniens zugleich die Möglichkeit eines Kurswechsels für ein stärkeres Europa. „Dazu müssen wir Wachstum und gute Arbeitsplätze schaffen und gemeinsam für die Sicherheit der Bürger und Bürgerinnen sorgen.“

28. Juni 2016