Deutsch
 
English
 
Français

Evelyne Gebhardt: „Das Vereinigte Königreich muss ein enger Partner bleiben“

Großbritannien verlässt die Europäische Union

© SPD-Gruppe im Europäischen Parlament

Es ist ein trauriger Tag und ein tiefer Einschnitt in der Geschichte der europäischen Integration. Zum ersten Mal erleben wir einen so klaren Rückschritt“, kommentiert die SPD-Europaabgeordnete den heutigen Austritt des Vereinigten Königreichs aus der Europäischen Union. „Ich hatte bis vor Kurzem nicht die Hoffnung aufgegeben, dass die Briten noch einen Sinneswandel erleben und den Verbleib in der EU beschließen. Ein großer Teil der britischen Bevölkerung lässt sich eben nicht vom Brexit-Wahn der Rechtspopulisten blenden und ist gegen den Austritt. Für diese Menschen werden wir uns dafür einsetzen, dass das Vereinigte Königreich ein enger Partner bleibt.“

„Wer denkt, dass mit dem heutigen Austritt das Brexit-Theater erledigt ist, täuscht sich gewaltig. Es ist erst der Anfang von langwierigen und schwierigen Verhandlungen über die zukünftigen Beziehungen mit dem Vereinigten Königreich“, warnt die SPD-Europaabgeordnete aus Schwäbisch Hall weiter. „Boris Johnson ist unberechenbar und ich habe große Sorgen, dass er sich nicht an unsere Vereinbarungen hält. Wir Europaabgeordneten werden genau darauf achten, dass die Rechte der fast fünf Millionen betroffenen Bürger und Bürgerinnen gewahrt bleiben.“

Zuletzt zeigt sich Evelyne Gebhardt positiv: „Ich glaube fest daran, dass wir in nicht allzu ferner Zukunft einen erneuten Beitrittsantrag zur EU erleben werden. Spätestens dann, wenn die jungen Briten, die in großer Zahl gegen den Brexit sind, die Hebel der Macht in ihren Händen haben werden.“

Nach 40 Monate andauernden Verhandlungen und drei Verlängerungen der im Artikel 50 vorgesehenen Frist, verlässt Großbritannien zum 31. Januar 2020 die Europäische Union. Mit der Zustimmung des Parlaments und der Ratifizierung durch den Rat diese Woche kann das Austrittsabkommen nun am folgenden Tag in Kraft treten.

31. Januar 2020