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Evelyne Gebhardt: „Echte Gleichstellung nur durch Parität“

Vizepräsidentin des Europäischen Parlaments sieht auch 100 Jahre nach Einführung des Frauenwahlrechts noch viel Handlungsbedarf

© Europäisches Parlament

Heute vor 100 Jahren, am 12. November 1918, führte der Rat der Volksbeauftragten in Deutschland das Frauenwahlrecht ein. „Dies war ein Meilenstein nach jahrzehntelangem Kampf für gleiche Rechte“, so Evelyne Gebhardt.

„Aber auch im 21. Jahrhundert wissen wir: Rechtliche Gleichstellung bedeutet nicht gleich wirkliche Gleichberechtigung“, betont die Vizepräsidentin des Europäischen Parlaments. In Führungspositionen in Wirtschaft und Politik seien Frauen nach wie vor unterrepräsentiert. Obwohl Frauen die Hälfte der Erwerbstätigen in der EU ausmachten, seien Führungspositionen in Unternehmen mit mehr als 10 Beschäftigten zu 65 Prozent männlich besetzt, in Deutschland sind sogar nur rund 30 Prozent der Führungskräfte weiblich. Im baden-württembergischen Landtag liegt der der Anteil weiblicher Abgeordneter nach der letzten Wahl bei ganzen 24,5 Prozent. Damit habe man den geringsten Frauenanteil aller Landesparlamente. „Das ist ein Armutszeugnis und zeigt, wie wichtig es ist, das Wahlrecht in Baden-Württemberg zu ändern.“

„Echte Gleichstellung lässt sich nur durch Parität von Frauen und Männern in allen Lebensbereichen erreichen. Das Missverhältnis zwischen den Geschlechtern in Führungspositionen, zeigt jedoch, dass sich echte Parität nicht über freiwillige Selbstverpflichtungen, sondern nur über verbindliche Geschlechterquoten herstellen lässt“, ist sich Evelyne Gebhardt sicher. „2018 ist die gleiche Vertretung von Frauen in allen Lebensbereichen längst überfällig“, untermauert die Hohenloher Europaabgeordnete ihre Forderung.

12. November 2018