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Evelyne Gebhardt: „Für eine faire Anerkennung von Berufsausbildungen“

Europäisches Parlament stimmt gegen unverhältnismäßige Hindernisse bei freiberuflichen Dienstleistungen

© Europäisches Parlament

Bürger und Bürgerinnen können überall in der Europäischen Union ihren Beruf frei ausüben, soweit ihre erworbene Berufsqualifikation in dem jeweils anderen EU-Mitgliedstaat ebenfalls anerkannt ist. Dabei gibt es in einigen Mitgliedstaaten unverhältnismäßige Hindernisse - zum Beispiel im Bausektor oder im Rechtswesen.

„Wir bekämpfen diskriminierende, ungerechtfertigte und unverhältnismäßige Barrieren im Europäischen Binnenmarkt und fordern zugleich ein hohes Maß an Verbraucherschutz und Qualität der Dienstleistungen“, sagt Evelyne Gebhardt, Vizepräsidentin des Europäischen Parlamentes und Verbraucherschutz-Expertin.

Das Plenum stimmte am Donnerstag, den 18. Januar 2018 für den Initiativbericht zur Reform der freiberuflichen Dienstleistungen. Die Abgeordneten unterstützen damit die Reformempfehlung der Europäischen Kommission. Damit die Mitgliedstaaten ihre Anforderungen künftig fairer und harmonischer gestalten können, hat die Europäische Kommission einen Indikator für das Maß an Regulierungen entwickelt.

„Der Indikator ist zwar hilfreich bei der Erstellung von künftigen Anforderungen für die Berufsanerkennung, bedeutet aber nicht, dass eine strenge Regulierung eines Mitgliedstaates automatisch unverhältnismäßig ist“, so, Evelyne Gebhardt, Mitglied des Binnenmarkt- und Verbraucherschutz-Ausschusses.

Zum Schutz von Verbraucherinnen und Verbrauchern, der Umwelt oder der Wahrung einer ordnungsgemäßen Rechtspflege, erkennen die Sozialdemokraten an, dass die Reglementierung von verschiedenen Berufen durch die Mitgliedstaaten notwendig ist. Deshalb unterstützen sie die Möglichkeit der Mitgliedstaaten, weiterhin Berufe nach ihrem Ermessen zu regulieren. Diskriminierende, ungerechtfertigte und unverhältnismäßige Anforderungen dürfen junge Berufstätige jedoch keinesfalls an der Ausübung ihres Berufes hindern.

Der Bericht wird nun an den Europäischen Rat und die Europäische Kommission übermittelt.

18. Januar 2018