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Evelyne Gebhardt: „Langer Weg vom Frauenwahlrecht zur Gleichstellung“

Vizepräsidentin des Europäischen Parlaments sieht am Internationalen Frauentag noch viel Handlungsbedarf.

© Europäisches Parlament

Am Internationalen Frauentag wird jährlich am 8. März weltweit auf Frauenrechte und die Gleichstellung der Geschlechter aufmerksam gemacht. In diesem Jahr steht auch das 100-jährige Jubiläum der Einführung des Frauenwahlrechts in Deutschland im Fokus.

„Rechtliche Gleichstellung bedeutet nicht gleich wirkliche Gleichberechtigung“, betont Evelyne Gebhardt, Vizepräsidentin des Europäischen Parlaments. So stießen Frauen immer noch an eine „gläserne Decke“.

Ein Beispiel hierfür sei die Lohnungerechtigkeit. In Deutschland verdienen Frauen im Durchschnitt 21 Prozent weniger als Männer. So sind Frauen im höheren Alter deutlich armutsgefährdeter als Männer, weil sie durchschnittlich geringere Rentenansprüche erwerben.

In Führungspositionen in Wirtschaft und Politik seien Frauen nach wie vor unterrepräsentiert. Obwohl Frauen die Hälfte der Erwerbstätigen in der EU ausmachen, sind Führungspositionen in Unternehmen mit mehr als 10 Beschäftigten zu 65 Prozent männlich besetzt. Im deutschen Bundestag ist der Anteil weiblicher Abgeordneter seit der letzten Wahl auf 30,7 Prozent zurückgegangen.

„Echte Gleichstellung lässt sich nur durch Parität von Frauen und Männern in allen Lebensbereichen erreichen. Das Missverhältnis zwischen den Geschlechtern in Führungspositionen, zeigt jedoch, dass sich echte Parität nicht über freiwillige Selbstverpflichtungen, sondern nur über verbindliche Geschlechterquoten herstellen lässt“, thematisiert die Hohenloher Europaabgeordnete.

„Von Beginn an hat sich das Europäische Parlament für die Rechte der Frauen in Europa stark gemacht und es konnten wichtige Signale in alle Teile Europas gesendet werden. Alle Entscheidungen, Richtlinien und Vorhaben der letzten Jahre kamen nur zustande, weil der Druck aufrechterhalten wurde. Dafür werden wir weiter kämpfen und in unseren Forderungen nach echter Gleichstellung nicht nachlassen“, so Evelyne Gebhardt abschließend.

07. März 2018