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„Film ab für den Klimaschutz“

Europaparlament verleiht LUX-Filmpreis an Benedikt Erlingssons „Gegen den Strom“ (Originaltitel: „Woman at War“)

Verleihung des LUX-Filmpreises im Europäischen Parlament an „Gegen den Strom“ („Woman at war“). Für das Finale nominiert waren außerdem die Filme „Die andere Seite von allem“ („The Other Side of Everything“) und „Styx“. © European Union 2018 - Source: EP

„Mit Benedikt Erlingssons ‚Gegen den Strom‘ wird eine Ko-Produktion ausgezeichnet, die nicht nur unterhaltsam ist, sondern vor allem sehr politisch, weiblich und emanzipatorisch ist“, kommentiert die Vizepräsidentin Evelyne Gebhardt, verantwortlich für den LUX-Filmpreis. „Der Film bringt den Zuschauerinnen und Zuschauern viele politisch relevante Kontroversen wie den Klimawandel näher und zieht sie auf humorvolle Art und Weise in seinen Bann.“

Die isländisch-ukrainische Ko-Produktion besticht durch eine Mischung aus Drama, Komödie, Thriller und fabelhaften Einflüssen. Im Mittelpunkt steht die 50-jährige Halla, gespielt von Halldóra Geirhardsdóttir, die mit voller Überzeugung durch waghalsige Sabotageakte am isländischen Stromnetz gegen eine Aluminiumfabrik protestiert und deshalb in den Fokus staatlicher Ermittlungen gerät. Als sich ihr plötzlich die längst aufgegeben geglaubte Möglichkeit, ein Mädchen aus einem ukrainischen Waisenhaus zu adoptieren, erneut eröffnet, zögert sie in ihrem Aktivismus.

„Diese moderne Fabel ist gekennzeichnet von höchstpolitischen Motiven die jeden unausweichlich berühren. Die globale Erwärmung kann ohne gemeinsame Anstrengungen nicht aufgehalten werden und Demokratien sollten zum Vorteile aller Lösungen für die globalen Probleme finden“, sagt die Vizepräsidentin des Europäischen Parlamentes Evelyne Gebhardt, verantwortlich für den LUX-Filmpreis. „Durch die humorvolle Einbindung von Charakteren mit multikulturellem Hintergrund ist dieser Film auch eine Hommage an die Grundwerte der Europäischen Union. Denn nur, wenn wir Toleranz gegenüber dem anderen zeigen und uns in Vielfalt einen, können wir erfolgreich sein.“

Der LUX-Filmpreis wird dieses Jahr zum zwölften Mal verliehen. Der Preis soll die kulturelle Vielfalt und die Kreativität des europäischen Kinos fördern, europäische Werke einem breiteren Publikum zugänglich machen und gesellschaftliche Debatten anregen. Neben„Gegen den Strom“ standen dieses Jahr Mila Turajilićs „The Other Side of Everything“ (Serbien) und Wolfgang Fischers „Styx“ (Deutschland/Österreich) zur engeren Wahl. Die drei Finalisten-Filme erhalten finanzielle Förderung für die Untertitelung in die 24 Amtssprachen der Europäischen Union. Der Gewinnerfilm erhält zusätzlich Unterstützung für die Erstellung einer Fassung für hör- und sehbehinderte Menschen sowie für transnationales Marketing.

14. November 2018