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Internationaler Frauentag am 8. März

Aufruf für die Gleichstellung der Geschlechter

© SPD-Gruppe im Europäischen Parlament

Jeden 8. März, am internationalen Frauentag, schließen sich Feminist*innen in der ganzen Welt zusammen, um gegen geschlechterspezifische Ungleichheit und Gewalt gegen Frauen und Mädchen zu protestieren. Dazu erklärt die Europaabgeordnete Evelyne Gebhardt:

„Ja, es gibt gute Gründe, warum Frauen ihre Rechte beanspruchen müssen. Es gibt kein einziges Land in der Welt, dass eine echte Gleichstellung erreicht hätte. Obwohl Frauen immer qualifizierter sind, verdienen sie weiterhin weniger als Männer für die gleiche Arbeit. Im politischen Bereich sind sie unterrepräsentiert und in Vorständen börsennotierter Unternehmen sind Frauen immer noch die Ausnahme. Aber das ist noch nicht alles, geschlechterspezifische Gewalt ist leider immer noch eine schreckliche Realität: Jede dritte Frau in Deutschland ist mindestens einmal in ihrem Leben von physischer und/oder sexualisierter Gewalt betroffen. Die COVID 19 Krise hat die Situation noch weiter verschlechtert. Der Lockdown, Arbeitslosigkeit, Armut, unbezahlte und schwierige Pflegearbeiten und das Steigen von häuslicher Gewalt treffen Frauen am härtesten.

Trotz dieser Ungerechtigkeiten wird die Ungleichstellung zwischen Frau und Mann immer häufiger geleugnet. Und schlimmer noch, in den letzten Jahren versuchen rechtskonservative Parteien in ganz Europa notwendige und progressive Politik auszuhebeln. Der ungarische Premier Viktor Orbán ist offen frauenfeindlich. Bildungsreformen wurden gestoppt, eine umfassende Sexualerziehung wird eingeschränkt. In Polen legitimiert das politisierte Verfassungsgericht die Verschärfung des ohnehin schon restriktiven Abtreibungsverbots und in Spanien versuchen die konservative PP zusammen mit der rechtsradikalen VOX das Abtreibungsgesetz außer Kraft zu setzen.

Auf uns wartet viel Überzeugungsarbeit, um dieser rückständigen, unterdrückenden, die sozialen Errungenschaften abbauenden Politik entgegenzuwirken. Darum schließen wir uns heute zusammen und demonstrieren gegen patriarchale Strukturen und gegenläufige Entwicklungen, die für die Frauen so schädlich sind. Wir lassen nicht locker. Es sind unsere Rechte und es ist unsere Pflicht für sie aufzustehen und für sie einzutreten.“

08. März 2021