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Sacharow-Preis für Oleh Senzow

Evelyne Gebhardt: „Die Menschenrechtsverletzungen in Russland sind schockierend“

Oleh Senzow (links) bei der persönlichen Entgegennahme des Preises mit dem Präsidenten des Europäischen Parlaments David Sassoli. © Europäisches Parlament

Der ukrainische Filmemacher und Preisträger des Sacharow-Preises 2018 Oleh Senzow hielt am 26. November 2019 im Europäischen Parlament in Straßburg eine Ansprache, bei der er den im letzten Jahr verliehenen Preis offiziell entgegennahm.

„Die erschütternde Geschichte von Oleh Senzow führt uns vor Augen, wie Menschen in großen Teilen der Welt noch immer für ihren Einsatz für Menschenrechte, Rechtstaat und Demokratie grausam verfolgt werden“, so die SPD-Abgeordnete Evelyne Gebhardt aus Schwäbisch Hall. „Die Menschenrechtsverletzungen in Russland sind schockierend. Wir dürfen die Augen nicht davor verschließen und werden im Europäischen Parlament weiterhin Druck ausüben, wie wir es mit der Auszeichnung durch den Sacharow-Preis erfolgreich getan haben. Ich bin erleichtert, dass Senzow nach seiner willkürlichen Inhaftierung wieder freigelassen wurde und hoffe, dass die Spannungen zwischen Russland und der Ukraine dadurch abnehmen.“

Das Europäische Parlament zeichnete Oleh Senzow vergangenes Jahr mit dem Sacharow-Preis, der jedes Jahr an Persönlichkeiten verliehen wird, die sich für Menschenrechte einsetzen, aus. Der Menschenrechtsaktivist wurde am 10. Mai 2014 wegen des Vorwurfs verhaftet, terroristische Handlungen gegen die De-facto-Herrschaft Russlands auf der Halbinsel geplant zu haben. Am 7. September 2019 wurde er im Rahmen eines Gefangenenaustauschs mit der Ukraine freigelassen.

Hintergrundinformation: Die Achtung der Menschenrechte ist ein grundlegender Wert der Europäischen Union. Der Sacharow-Preis wird seit 1988 vergeben und ist mit 50.000€ dotiert. Er wird an Persönlichkeiten verliehen, die sich für die Menschenrechte einsetzen und ist nach dem russischen Physiker Andrej Sacharow benannt, der 1975 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet wurde, nachdem er die Gefahren des atomaren Wettrüstens angeprangert hatte.

26. November 2019