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„Europäische Union muss sozialer werden“

Hohenloher Europaabgeordnete Evelyne Gebhardt feiert Europafest / SPD-Landtagsfraktionsvorsitzender Andreas Stoch plädiert für gerechtere Gesellschaft

Evelyne Gebhardt zusammen mit Andreas Stoch beim Europafest am 25. Juni 2016 in Künzelsau.

Katerstimmung herrschte keineswegs am Samstag in der Künzelsauer Keltergasse. Zwei Tage nach dem „Brexit“-Schock feierte dort, am Standort ihres Wahlkreisbüros, die Hohenloher SPD-Europaabgeordnete Evelyne Gebhardt ihr jährliches Sommerfest. „Ein bitteres Ergebnis, gar keine Frage“, so Gebhardt mit Blick auf die Abstimmung in Großbritannien. „Aber jetzt heißt es umso mehr: Flagge zeigen für Europa!“

„Europa ist nicht das Problem, sondern die Lösung“, machte der Vorsitzende der SPD-Landtagsfraktion, Andreas Stoch, in seiner mit viel Beifall bedachten Gastrede deutlich. Europa müsse stärker werden, weil Herausforderungen wie die Flüchtlingskrise nur auf europäischer Ebene zu meistern seien. Die Sozialdemokratie, die immer für Europa gestanden habe, dürfe sich nicht durch die jüngsten Erfolge der Populisten vom Weg abbringen lassen. Das gelte auch fürs Land. „Es ist das Verdienst der SPD, dass Baden-Württemberg heute gerechter ist als vor fünf Jahren“, so Stoch. Vor allem im Bildungsbereich habe man Maßstäbe gesetzt. Die Partei müsse nun in der Opposition Kurs halten und noch stärker auf soziale Gerechtigkeit setzen. Das erwarteten die Menschen von der SPD. „Sozialer Frieden setzt Gerechtigkeit voraus“, hob Stoch hervor. Denjenigen, die die Gesellschaft auseinandertreiben wollten, müsse entschlossen Paroli geboten werden.

Gastgeberin Evelyne Gebhardt übte scharfe Kritik an Großbritanniens Premierminister Cameron, der Europa in eine Krise gestürzt habe. Die Verhandlungen über den Austritt der Briten aus der EU sollten jetzt schnell beginnen und konsequent geführt werden – „ohne Sonderwünsche zu erfüllen“. Noch wichtiger sei, dass die EU sich neu ausrichte. „Die Menschen wollen ein anderes Europa“, so Gebhardt. Man müsse die Köpfe und die Herzen zurückerobern, durch mehr Bürgernähe, transparentere Politik und ein Ende der Schieflage zwischen wirtschaftlicher und sozialer Ausrichtung der EU.  „Die Europäische Union muss sozialer werden“, betonte die Abgeordnete, die für die S&D-Fraktion im Europäischen Parlament die Arbeit im Ausschuss für Binnenmarkt und Verbraucherschutz koordiniert.

Dem stimmten auch die Bundestagsabgeordneten Annette Sawade und Dr. Dorothee Schlegel sowie DGB-Landeschef Nikolaus Landgraf zu, die ebenso wie gut 100 Interessierte nach Künzelsau gekommen waren, um ein Zeichen für Europa zu setzen – am Ende einer denkwürdigen Woche.

28. Juni 2016