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Evelyne Gebhardt: „Maßlos enttäuscht“

SPD-Bundesvorstand setzt Gebhardt auf aussichtlosen Listenplatz für Europawahl 2019

© Europäisches Parlament

Am Montag, den 19. November hat der Bundesvorstand der SPD entschieden, die jetzige Vizepräsidentin des Europäischen Parlaments auf den aussichtlosen Listenplatz 25 für die anstehende Europawahl zu setzen.

„Ich bin maßlos enttäuscht über diese Entscheidung“, reagiert Evelyne Gebhardt aus Schwäbisch Hall. „Niemand aus dem Bundesvorstand hat es für nötig gehalten mich vorab über diese Absicht in Kenntnis zu setzen.“

Aufgrund der Kriterien der SPD zur Erstellung der Bundesliste und den vorausgegangenen Wahlen des Landesverbandes hätte Evelyne Gebhardt eigentlich einen Platz unter den ersten zehn Kandidaten und Kandidatinnen erwarten dürfen.

Die Bundes-SPD will sich zur Europawahl aber ein jüngeres, social-media konformes Image verpassen. „Mit 64 Jahren wurde ich als Frau deshalb kurzerhand aussortiert“, empört sich Evelyne Gebhardt. „Dagegen sind alle männlichen Kollegen meiner Generation, die teils um einige Jahre älter sind, auf ihren vorderen Listenplätzen abgesichert.“

Evelyne Gebhardt steht für eine weitere Wahlperiode bereit: „Ich will nicht tatenlos zusehen, wie das Europa, an dem ich so lange mitgearbeitet habe, von Rechtsextremen und Populisten zerstört wird. Als mögliche Vizepräsidentin des Hauses hätte ich den nötigen Einfluss und die Erfahrung, um dem rechten Zeitgeist zu begegnen und von Posten und Macht fernzuhalten.“

Vom Bundesparteivorstand abgestraft wurde nicht nur Evelyne Gebhardt, sondern der gesamte SPD Landesverband. „Es ist unerklärlich, warum ein so großes Bundesland, wie Baden-Württemberg bei der Listenaufstellung durchweg auf die hinteren Plätze verwiesen wurde“, meint Evelyne Gebhardt.

Es ist auch nicht nachvollziehbar, warum die im September auf der Landesdelegiertenkonferenz abgestimmte Reihenfolge der Kandidatinnen für die Wahl ins Europäische Parlament aufgegeben wurde. Der Bundesvorstand vertauschte die vorderen Plätze des Landesverbandes nach eigenem Gutdünken.

Evelyne Gebhardt: „In Berlin scheint man sich um die demokratischen Prozesse der Basis nicht zu scheren. Da werden demokratische Entscheidungen umgangen und wird nach Gutsherrenart gewaltet.“

 

 

20. November 2018