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"Online buchen mit stärkerem Verbraucherschutz"

Parlamentsausschuss votiert für mehr Rechtssicherheit für Pauschalreisende

© European Parliament 2013 EP

Reisende sollen künftig von einheitlichen europäischen Regeln für Pauschal- oder sogenannte Bausteinreisen profitieren. Dies hat der Verbraucherschutzausschuss des Europäischen Parlaments am Donnerstag in Brüssel beschlossen. "Heute stellen sich immer mehr Menschen ihre Reisen im Internet individuell zusammen. Die heutige Entscheidung bedeutet deshalb ein Mehr an Verbraucherschutz", begrüßt die Sprecherin der Sozialdemokraten im Ausschuss für Binnenmarkt und Verbraucherschutz, Evelyne Gebhardt, die Revision der entsprechenden Richtlinie.

"Für zu viele Bürger und Bürgerinnen wurde der verdiente Jahresurlaub in der Vergangenheit zum Albtraum aufgrund der derzeitigen Rechtsunsicherheit hinsichtlich der Haftung, Preisen oder dem Recht auf Entschädigung", sagt die Verbraucherschutzexpertin Evelyne Gebhardt. "Klare Regeln, vor allem für sogenannte Bausteinreisen, sind deshalb überfällig."

Als Pauschalreisen gelten Reisen, die in der Regel Unterbringung und Beförderung miteinbeziehen, oder sonstige im Paket verkaufte touristische Dienstleistungen. Bei Bausteinreisen werden unterschiedliche Dienstleistungen vom Verbraucher zusammengefügt und bei einem Veranstalter gebündelt. Diese sind bisher nicht von der Pauschalreiserichtlinie erfasst. Bei der Buchung von Reisen ist dies allerdings oft für Verbraucher nicht ersichtlich.

"Allerdings geht uns Sozialdemokraten die Definition der Pauschalreise nicht weit genug, die Rat, EU-Kommission und Europaparlament ausgehandelt haben", kritisiert die SPD-Verbraucherschutzexpertin Evelyne Gebhardt. Die sogenannten Click-Through-Buchungen gelten demnach lediglich bei der Übermittlung von verschiedenen Daten des Buchenden, wie Name und Zahlungsinformationen, als Pauschalreisen. Das schränkt den Anwendungsbereich der Richtlinie und der damit einhergehenden weitgehenden Verbraucherrechte, für die wir Sozialdemokraten zäh gekämpft haben, ein." Oftmals sei es nämlich möglich, verschiedene Teile einer Reise mit verschiedenen Zahlungsmitteln zu bezahlen. Eine solche Buchung fällt aber dann eben nicht in den Anwendungsbereich der neuen Richtlinie.

Dennoch ist Evelyne Gebhardt zuversichtlich, dass die nunmehr ausgefochtene Reglung den Verbrauchern bei der Online- und Offline-Buchung von Reisen Sicherheit vermitteln wird. "Wir Sozialdemokraten haben viel erreicht: Die Haftungs- und Informationspflichten für Reiseveranstalter wurden erheblich verschärft, die Rückerstattung von bereits geleisteten Zahlungen darf nicht mehr aufgeschoben werden und Reisende erfahren einen hohen Schutz bei der plötzlichen Zahlungsunfähigkeit des Reiseveranstalters."

Die bisherige Pauschalreiserichtlinie stammt aus dem Jahr 1990. Der Vorschlag der EU-Kommission vom Juli 2013 berücksichtigt die steigende Zahl von Reisebuchungen im Internet. Der Reisemarkt setzt sich aus rund 90.000 Reisebüros und Reiseveranstaltern zusammen, von denen 80 Prozent Pauschalreisen anbieten. Die entsprechende Plenarabstimmung soll voraussichtlich im Oktober stattfinden.

04. Juni 2015