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Stärkerer Verbraucherschutz für Pauschalreisende

Europäisches Parlament stimmt für mehr Rechtssicherheit bei Online-Buchungen

© European Union 2012 - EP

Reisende sollen künftig von einheitlichen europäischen Regeln für Pauschalreisen profitieren, insbesondere bei Buchungen per Internet. Dies hat das Europäische Parlament am Mittwoch in Straßburg mehrheitlich beschlossen. "Mit ein paar Mausklicks ist heute ein Paket aus Flugreise, Hotelübernachtung und Mietwagen gebucht“, sagt die SPD-Verbraucherschutzexpertin Evelyne Gebhardt. „Künftig werden einheitliche europäische Regeln dafür sorgen, dass Verbraucher bei solchen Kombinationsangeboten nicht länger das Nachsehen haben." Gerade wenn Reisen von verschiedenen Anbietern durchgeführt werden, sei für Verbraucher unklar, wer bei Verzögerungen und Veränderungen der Vertragsbedingungen haftet. "Die Kunden können den Hauptveranstalter nach der heutigen Entscheidung zur Verantwortung ziehen."

„Für zu viele Bürger und Bürgerinnen wurde der verdiente Jahresurlaub in der Vergangenheit zum Albtraum aufgrund der derzeitigen Rechtsunsicherheit hinsichtlich der Haftung, den Preisen oder des Rechtes auf Entschädigung. Klare Regeln sind deshalb überfällig“, begrüßt die Sprecherin der Sozialdemokraten im Ausschuss für Binnenmarkt und Verbraucherschutz, Evelyne Gebhardt, die Revision der entsprechenden Richtlinie.

"Europaweite harmonisierte Regeln zur Buchung erleichtern das sorglose Reisen", freut sich die SPD-Verbraucherschutzexpertin Evelyne Gebhardt. „Jetzt kommt es endlich zur Angleichung der Haftungsregeln.“

Verbessert haben die Parlamentarier am Vorschlag der EU-Kommission auch die Bestimmungen zu höherer Gewalt, Stornierungen oder Vertragsänderungen. "Vereinbarte Reisekosten dürfen vom Veranstalter nicht einfach verändert werden“, erklärt Evelyne Gebhardt. „Vertragsänderungen sind nur mit unverzüglicher Benachrichtigung und Zustimmung des Reisenden möglich. Jeder Kunde hat zudem künftig das Recht, den Vertrag aufzulösen." Ebenso ist in solchen Fällen die sofortige Rückerstattung der geleisteten Zahlungen in dem neuen Regelwerk vorgesehen.

Hintergrund: Die Tourismusbranche ist mit rund 1,8 Millionen Unternehmen ein wichtiger Wachstumsmotor der europäischen Wirtschaft. Rund 5,2 Prozent aller Erwerbstätigen arbeiten laut EU-Kommission in diesem Sektor, europäische Reise- und Tourismusdienste machen einschließlich verbundener Sektoren rund 10 Prozent des BIP der EU aus. 80 Prozent aller Reisebüros und Reiseveranstalter bieten Pauschalreisen an. Die derzeit steigende Zahl von Reisebuchungen im Internet berücksichtigt die bisherige Pauschalreiserichtlinie aus dem Jahr 1990 jedoch noch nicht. Der Vorschlag der EU-Kommission vom Juli 2013 soll in diesen Fällen mehr Rechtssicherheit schaffen.

12. März 2014